Einmal deutsche Geschichte und zurück
Wer sein Haus verlässt,
und nach Wissen sucht,
der wandert auf Gottes Pfaden,
und wer reist, um Wissen zu finden,
dem wird Gott das Paradies zeigen.
( Aus dem Koran)
Rosenheim, den 24.2.05,
nach Weimar lockt dieser Tag unseren Bus mit Karl Heinz (ohne Bindestrich) am Steuer und die Studienfahrt der Deutsch Grundkurse hat begonnen.
Alles trägt hier die Namen Goethes und Schillers nur nicht unser Hotel, das nennt sich Liszt und besitzt diesen unverwechselbaren „ Ossi-Charme“ . Der Mann am Empfang sagt „Guten Tach“ und die Menschen essen Brötchen statt Semmeln und trinken Export statt Helles.
Freitag der 25.2.,
der Tag beginnt mit Schnee und endet auch mit Schnee dazwischen etwas Kultur inklusive Spaß.
Fast jeder zweite Satz unseres Stadtführers, der die wahrscheinlich angesagteste Pelz-Mütze des modebewussten Ex-DDR´lers trug, handelte von Goethe und Schiller, gesprochen wurde jedoch nicht in Blankversen.
Über die Weimarer Verfassung verliert er kein Wort auf seiner langen Führung quer durch die Stadt.
Der Mann hält sich kurz, denn die Grundkurse sind das raue Wetter nicht gewöhnt. Doch waren wir kleine Kosmopoliten, die wie Satelliten durch Weimar schwirrten.
So waren wir hier Mensch und durften es auch wirklich sein.
Es folgte ein Besuch im Weimar-Haus, eine multimediale Zeitreise, welche an eine Geisterbahn erinnerte, eine Besichtigung des Goethe-Haus, des Wittumpalais und des Schiller-Haus.
Es schneite noch immer und die Grundkurse froren noch immer.
Vom Eise befreit waren Strom und Bäche nicht, doch griffen wir hinein ins volle Menschenleben.
Am Abend besuchte man im Foyer des Nationaltheaters eine Faust Inszenierung: „ Das Mephistophelische in Faust, das Faustische in Mephisto und beides in Gretchen und Alles in Jedem... und Einer spielt Alle.“
Samstag der 26.2.,
wir genehmigten uns eine Pause von Weimar und besuchten Erfurt, die Landeshauptstadt Thüringens.
Langsam suchte sich unser Bus einen Weg durch die Täler der hohen Plattenbauten aus einer vergangenen Zeit, die hier noch allgegenwärtig zu sein schien.
Eine Welt so anders als unser Bayern, dass man glatt vergessen könnte, dass beides ein Land ist.
Doch der Schnee war vor uns da und ließ die Stadtführung zu einer eisigen Angelegenheit werden.
Dennoch war unsere natürliche Begabung, der Spaß, unerschöpflich, nicht aber unser Ernst.
Zurück nach Weimar, der letzte Abend wartete bereits auf uns.
Sonntag der 27.2,
am letzten Tag stand nicht mehr viel auf dem Programm nur ein gemeinsames Mittagessen und die lange Heimfahrt.
Nach einer letzten vergossenen Träne der Wehmut war der Zeitpunkt des Abschieds gekommen und mit ein wenig Melancholie gings zurück.
Für uns ging die Sonne in Weimar nie unter und so war die Reise nicht nur geprägt von Schnee und Kälte, sondern auch durch eine tolle Gemeinschaft, die das Wochenende zu einem unvergesslichen machte, so dass einer sagen könnte: „ Augenblick verweile doch, du bist so schön“.
So quillt die Träne und die Erde hat uns wieder.
Ach, sind wir soviel klüger als zuvor!
Dafür spenden wir Applaus und sagen Danke Fr. Rauner und Fr. Dabek, denn „ Wer einmal Reiseleiter war, hat das Fegefeuer bereits hinter sich.“- meinte bereits Emilio Tacchini.
Doch auch das Schönste muss einmal vorüber gehen!
(Philipp Heidbreder)
Film zur Weimarfahrt von Philipp Heidbreder bitte hier herunterladen oder online anschauen!! Es lohnt sich! [36.699 KB] [36.699 KB]




