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Romfahrt des Leistungskurses Latein (30.10.08 – 05.11.08)

Frei nach dem Motto „delectare et prodesse“ machte sich unser Latein-LK, leider nicht ganz vollständig, am Donnerstagabend vor den Allerheiligenferien auf den Weg nach Rom. Nach elfstündiger Fahrt mit dem Nachtzug bezogen wir zuerst unsere bahnhofsnahe und dem Namen nach sternreichere Unterkunft („Tre Stelle“) als der Blick in die Buchungsunterlagen und die Wirklichkeit (s. Frühstück, das nach dem ersten Tag nur noch ein kleiner Teil unserer Gruppe weiterhin aufsuchte!) bewies. Anschließend gab es im nächsten Cafe für alle einen Cappuccino zum Wachwerden. Dann begann auch schon die Erkundung der Stadt, auf die jeder sehr gespannt war, da wir Rom seit neun Jahren ja nur aus unseren Lateinbüchern kannten!

Der Fußmarsch, der uns über die Kirche „Santa Maria Maggiore“ und die „Domus aurea“ des Nero direkt zum Kolosseum führte, kam uns wohl anstrengender vor, als er in Wirklichkeit ist; schließlich waren wir alle noch müde von der Zugfahrt!

Nach einer ausgiebigen Mittagspause stiegen wir auf den Palatin, von welchem man auch einen wunderbaren Blick auf das Forum Romanum genießen kann. Über die Kaiserforen und den Trevibrunnen, der die obligatorisch über die Schulter geworfene Münze zum Wiederkommen fordert, gingen wir schließlich gemeinsam und hungrig zum langersehnten Abendessen.

Auch an den folgenden Tagen beeindruckte uns die Vielzahl an antiken Bauwerken. Neben zwei sowohl in inhaltlicher als auch sprachlicher Hinsicht (z.B. „Der Tiberfluss hat alles überflusst“ bzw. die uns allen unerklärliche, aber in seinen Ausführungen öfter auftauchende Wortkreation „Vorsput“) sehr interessanten Führungen in den Kapitolinischen Museen bzw. der Ara pacis von einem Archäologen hatte zu anderen Sehenswürdigkeiten wie dem Pantheon, Kapitol, Palatin, Forum Romanum und der Engelsburg je einer von uns ein Kurzreferat vorbereitet.

Das Wetter war, bis auf den Tag unserer Abreise, immer angenehm warm. Bei unserem Sonntagsspaziergang auf der Via Appia zeigte sich uns der Himmel sogar strahlend blau.

Erwähnenswert für „unsere Eltern, unsere Lehrer und unsere Schule“ ist außerdem, dass uns unser in seiner Eigenart unbeschreibliche Führer in den Callixtus-Katakomben in seiner Rolle als Priester und ehemaliger Latein- und Griechischlehrer „ein großes Kompliment für unsere humanistische Bildung“ aussprach.

Nach anstrengenden Besichtigungstouren wie z.B. durch den Vatikan, zog uns immer wieder die Spanische Treppe an, einfach nur zum ruhigen Ausklingenlassen eines weiteren sehr gehintensiven und voller Neuigkeiten steckenden Tages oder zum Gespräch mit Leuten aus der ganzen Welt.

An unserem letzten Abend passierte dann noch, womit keiner gerechnet hätte: Als wir am Campo de Fiori noch bei angenehmen Temperaturen draußen saßen, fiel dem italienischen Regierungschef Berlusconi wohl ein, dass er seinem Volk noch einen Besuch abstatten könnte. So kam es, dass er um halb eins plötzlich, von fünf Bodyguards als Schutzmauer begleitet, auf dem Platz stand und nach ausgiebiger Bewunderung durch uns und seine Bürger in einer Espressobar verschwand. Zuvor grinste er aber noch eingerahmt von zwei unserer Mitschülerinnen in die Kamera. Die beiden hatten sich durch die Menschenmenge gekämpft, weil sie auf einen Filmstar gehofft hatten!

Am Tag unserer Abreise hatten wir bei einem Ausflug in die Umgebung von Rom noch die Gelegenheit durch die Reste der einst großartigen Handelsstadt Ostia antica zu spazieren und uns die leichte Brise vom nahgelegenen Meer um die Nase wehen zu lassen. Von dort aus führte uns unser Weg über eine ausgiebige Shoppingtour und ein letztes Eis am Pantheon letztendlich glücklich und doch müde zum Bahnhof zur Heimreise.

Wir möchten uns an dieser Stelle auch bei unseren Reisebegleitern, Herrn Arneth sowie Frau Bautz und ihrem Ehemann, ganz herzlich für ihre Geduld bei ständigen kleineren Pausen unsererseits wegen schwerer Füße bedanken bzw. für zu laute Zimmerpartys entschuldigen! Wir haben es sehr genossen, dass wir öfter die Gelegenheit hatten, in Rom selbstständig durch kleine Gassen zu schlendern, aber auch, dass wir die Abende gemeinsam verbracht haben – der bewährte goldene Mittelweg eben - „aurea mediocritas“.


Raphaela Merk und Theresa Steinbauer

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